Die perfekt gearbeitete Skulptur von Kaiserin Sissis Haarpracht aus Lochblech
Sie hieß Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, wurde am Heiligabend 1837 in München geboren, und ist eine Legende: Die Rede ist von Sissi, die durch Heirat mit ihrem Cousin Franz Joseph I Kaiserin von Österreich wurde. Auf ihren langen Reisen durch Europa besuchte sie auch Dorf Tirol. Nun wurde dort eine außergewöhnliche Skulptur zu Ehren der charismatischen Kaiserin geschaffen: Entworfen von der Architektin Renate Marchetti und errichtet von Metallbauer und Kunstschmied Klaus Lun.
Eine Statue mit pulverbeschichtetem Lochblech
Es war im September 1897, als Sissi zwei Wochen in Meran verweilte, um von dort einen Ausflug nach Dorf Tirol zu unternehmen. Gemeinsam mit dem damaligen Brunnenmeister von Meran probierte sie von der Quelle des Spronser Bachs, welcher Meran als Trinkwasserversorgung diente. Damals gehörte die Region zu Österreich. Heute zählt Dorf Tirol zu den schönsten Ortschaften im italienischen Südtirol. Jährlich verbucht man über 700.000 Übernachtungen, wobei das Apartment-Hotel Residence Sissi stark gefragt ist, weil die Gäste dort zeitlose Eleganz im viktorianischen Stil genießen können. Vor dem Gebäude weckt eine Skulptur aus MEVACO Lochblech glanzvolle Erinnerungen an die legendäre Kaiserin.
Produktdaten
- Rv 4-6 | individualisiert im Product Designer
- Stahl sendzimirverzinkt
- 1,5 mm
- nachträglich pulverbeschichtet
Handwerkererfahrung für die Lochblech-Herausforderung
Über 40 Jahre ist der Kunstschmied Klaus Lun mittlerweile im Geschäft, und diese Erfahrung kam ihm zugute, als ihm die Architektin Renate Marchetti ihren Plan einer Sissi-Statue präsentierte. „Vor dem Apartment-Hotel stand eine alte Mauer“, erinnert sich Klaus Lun, „und es ging darum, diese zu verzieren, damit Sissis Haare stilistisch zur Geltung kommen.“ Die Kaiserin war berühmt für ihre Haarpracht. Dies war eine wahrlich ambitionierte Aufgabenstellung: „Um Sissis Haare 16 Meter lang ohne Unterbrechung fließen zu lassen“, erzählt der Metallbauer, „brauchte es ungewöhnliche Mittel. MEVACO Lochblech stand früh zur Debatte, doch erst mussten wir herausfinden, ob die Firma anbieten kann, was wir von ihr wünschten.“
Lochbleche in individueller Form
„Dafür fertigten wir erst einmal CAD-Zeichnungen an“, fährt Klaus Lun fort, „auch für Unterkonstruktion der Skulptur. Da die Lochbleche kleiner sein sollten als dieser Unterbau, wiesen wir in den Zeichnungen auf den nötigen Rand hin.“ Nach und nach fanden Handwerker und MEVACO gemeinsam heraus, in wie viele Einzelteile der Entwurf der Architektin zerlegt werden musste. „Am Ende kamen wir auf 8 Teile à 2 Meter. Wobei jedes Teil in seiner Form individuell ist“, erläutert Klaus Lun. „Und dann brauchten wir natürlich alles in doppelter Ausführung, da der Unterbau von beiden Seiten verkleidet werden sollte.“
Die Lochblechverkleidung kommt auf das Edelstahl-Gerüst
Vor Ort stellte der Metallbauer schnell fest, dass die Mauer nicht gerade verläuft und dazu noch leicht ansteigt. „Das galt es für unser Edelstahl-Gerüst zu berücksichtigen, das der späteren Skulptur als Träger dienen musste“, so Klaus Lun. „Diese Konstruktion fertigten wir in der Werkstatt an, brachten die Einzelteile vor Ort, passten sie an die Gegebenheit an, um im Anschluss zurück in der Werkstatt alles fertigzustellen.“ Als der Unterbau auf der Mauer montiert war, ging es gleich mit der Lochblechverkleidung weiter. Und die hatte es in sich!
Per Hand erhalten die Lochblechplatten zusätzliche Löcher
„Wir hatten also diese Einzelplatten, die durch ihre geschwungene Form auch für MEVACO eine Herausforderung waren“, sagt Klaus Lun. „Nun wollten wir Sissis Haar 16 Meter lang ohne sichtbare Unterbrechung wallen lassen. Mit anderen Worten, niemand soll auf den ersten Blick erkennen, dass die Skulptur aus mehreren Teilen zusammengesetzt ist.“ Weil aus technischen Gründen bei der Herstellung der Lochbleche an den Stoßseiten ein Rand stehen bleibt, hatte Klaus Lun eine Idee. „Wo die Platten an besagten Rändern aufeinandertreffen, bohrten wir die fehlenden Löcher per Hand nach. Das musste natürlich absolut präzise sein, damit der Übergang von Platte zu Platte exakt ist.“ Klaus Lun macht eine kleine Pause, dann lacht er: „Da konnte unser Lehrling beweisen, dass er ein sicheres Händchen hat.“ Was eine kleine Untertreibung ist: Denn die gesamte Linie der Lochung verläuft leicht schräg von der ersten bis zur letzten Platte - sie an den Rändern von Hand fortzuführen war daher alles andere als eine Allerweltsaufgabe.
Das Lochblech wird blendfrei von innen beleuchtet
„Wir sind bekannt dafür, dass wir hinkriegen, was gewünscht wird“, erklärt der Kunstschmied stolz. Um dann gleich zu präzisieren: „Die Lochblechtafeln haben wir mit exakt 15 mm Abstand auf die Trägerkonstruktion geschraubt. Dadurch entstand ein Zwischenraum zwischen Edelstahl und Blech. Darin passten wir in einer Tiefe von 20 mm LED-Leuchtbänder ein, die das Lochblech von innen beleuchten ohne dabei zu blenden.“ Der entstehende Lichtrand um die Skulptur betont damit sanft die Wellenbewegung des Haares der Kaiserin.
Lochblech lässt Abluft durch
Als hätte es nicht schon genug Detailarbeit gegeben, musste Klaus Lun in der Ausführung noch beachten, dass genau an der Stelle der Skulptur die Hotelwäscherei ihren Abluftkamin hat. „Auch den konnten wir in die Edelstahl-Unterkonstruktion integrieren. Das Lochblech verdeckt die Abluft-Öffnung und spielt dabei eine weitere Trumpfkarte aus: Der Dampf kann abziehen.“ Ohnehin ist das Lochblech Wind und Wetter ausgesetzt, was Klaus Lun dazu brachte, die Platten nachträglich pulverbeschichten zu lassen. „Wir wählten dazu einen Grauton mit der leichten Bewegung ins Braun, was der Skulptur eine zeitlose Eleganz vermittelt.“
Vor die geschwungene Lochblech-Konstruktion kommt eine Figur
Und so musste am Ende nur noch die Figur vor die wallende Haarpracht aus MEVACO Lochblech gesetzt werden. Diese fertigte Steinmetz Markus Gruber aus Brixen an. Damit war ein Werk vollendet, das selbst für einen erfahrenen Mann wie Klaus Lun eine Besonderheit darstellt: „Eine geschwungene Lochblechkonstruktion, fehlende Lochungen per Hand nachbohren, und dabei äußerst präzise zu arbeiten - hier war wirklich alles drin“, freut sich der Kunstschmied. Auch Gäste des Hotels sowie Einheimische und Touristen sind von der gelungenen Erinnerung an den Besuch der legendären Kaiserin Sissi begeistert.